Offen bis in der letzten Minute – der FCWB kรคmpft mutig und verlangt dem FCZ alles ab. Dennoch geht die Partie 0:2 verloren.
Am Freitagabend lud der FC Wettswil-Bonstetten zu einem tollen Fussballfest ein. Sportlich blieb man dem grossen FC Zรผrich zwar unterlegen, das Team um Stephan Lichtsteiner zeigte aber einen beherzten Auftritt und hielt in einer ausgeglichenen Partie lange dagegen. Seitens FCZ konnte den Fans der Sรผdkurve die beste Leistung attestiert werden โ sie unterstรผtzten ihr Team mit durchgehendem Fangesang und sorgten mit den vielen WB-Fans gemeinsam fรผr eine friedliche Cup-Stimmung in der functiomed-Arena, die mit einem neuen Rekord von 5300 Zuschauenden ausverkauft war.
Erste Hรคlfte mit leichten Vorteilen FCZ
Das Heimteam startete unerschrocken in die Partie, hatte bereits nach wenigen Minuten eine erste Konterchance, welche der herauseilende FCZ-Keeper Brecher klรคrte. In der 8. Minute versuchte sich Gomez nach einem Corner per Kopf und zwang Thaler im WB-Tor zu einer Glanzparade. Danach flachte das Spiel etwas ab und die gut postierte WB-Defensive stand stabil, zumal die Profis in vielen Aktionen zu unprรคzis agierten. FCZ-Trainer van der Gaag stellte sein Team gegen den Underdog aus dem Sรคuliamt gegenรผber dem Sieg in Lausanne nur auf drei Positionen um. Man nahm den unterklassigen Gegner ernst. Dennoch dauerte es bis in die 25. Minute und brauchte eine Nachlรคssigkeit in der WB-Abwehr, um den zweiten Torschuss des Favoriten zu sehen. Der FCWB brachte den Ball nicht weg und liess Emmanuel auf der rechten Seite zu viel Platz. Dieser konnte im Strafraum fast ungehindert aufs Tor schiessen und erzielte somit die Fรผhrung fรผr den FCZ.
WB weiterhin unerschrocken
Trotz mehr Ballbesitz des FCZ, konnten sich die Platzherren die gefรคhrlicheren Szenen mit Kontern herausspielen. Es fehlte aber an letzter Konsequenz und Prรคzision und einmal auch am fรคlligen Hands-Pfiff des Unparteiischen direkt an der Strafraumgrenze, um erfolgreich zu sein. Mit einem knappen 0:1 ging es in die Pause. Erstaunliches passierte nach dem Seitenwechsel. Bei Cup-Begegnungen zwischen Profi-Teams und Amateur-Spielern zeigt sich spรคtestens Mitte zweiter Hรคlfte der Unterschied in Bezug auf die kรถrperliche Fitness und Physis. Nicht aber an diesem Abend. Je lรคnger das Spiel dauerte, desto stรคrker wurde der FCWB, umso schwรคcher gleichzeitig der Auftritt des FCZ. Die Profis blieben im zweiten Durchgang wirkungslos und enttรคuschten auf praktisch allen Positionen.
Starke WB-Schlussphase
Den รmtlern gelang es Mitte der zweiten Halbzeit, sich auch Vorteile beim Ballbesitz zu erspielen. Der FCZ vermochte nicht zu reagieren und liess dem FCWB viele Freirรคume. In der 81. Minute wurde es erstmals ganz heiss vor Brechers Kasten. Der eingewechselte Mesto konnte nach einem tollen Zuspiel alleine aufs Tor losziehen und wurde zu Fall gebracht. Turkesโ Pfiff blieb aus, die Szene unklar, รผber einen Penalty hรคtte sich der FCZ aber nicht beschweren dรผrfen. Und die Lichtsteiner-Elf powerte weiter und erspielte sich in der 86. Minute die nรคchste Grosschance. Zunรคchst scheiterte Rรผegger an Brecher, danach konnte Kamberi in Extremis den Nachschuss von Di Battista in Corner lenken. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt lรคngst verdient, ja die Platzherren hatten sogar ein klares Chancenplus zu verzeichnen. In der 88. Minute spielte Figueiredo von rechts perfekt auf Di Battista, der aus kรผrzester Distanz รผber das Gehรคuse schoss. Die Rotschwarzen liessen nichts unversucht, Stettler holte mit seinem Abschlussversuch in der 90. Minute noch einen Eckball heraus und nochmals brannte es lichterloh im FCZ-Strafraum. Im Gegenstoss nutzten die Profis dann die Freirรคume aus und eine Kombination von Tramoni รผber Krasniqi auf Emmanuel fรผhrte zum 0:2 und zur Entscheidung.
Enttรคuscht und trotzdem stolz
Dem Team des FCWB bleibt die Erkenntnis, einmal mehr nahe an der Sensation dran gewesen zu sein und es doch nicht geschafft zu haben. Entsprechend ยซangefressenยป war Trainer Lichtsteiner nach dem Spiel. Mit der Leistung seiner Spieler war er sehr zufrieden und er vergab Komplimente ans ganze Umfeld fรผr ein tolles Fussballfest. Di Battista, der zwei gute Mรถglichkeiten zum Ausgleich nicht nutzen konnte, war nach dem Spiel zwar genervt darรผber, untermauerte aber die Ambitionen des Dorfclubs: ยซwir haben nicht nur dran geglaubt, wir wollten es wirklichยป. Und Captain Peter bestรคtigte im TV-Interview, dass er sehr stolz auf die Mannschaft sei. Stolz darf das Team auf diese Leistung auf jeden Fall sein. Zusammen mit der ganzen WB-Family hat man ein weiteres Cup-Highlight geschaffen und der Glaube an die Sensation bei der nรคchsten Gelegenheit, ist nach dieser Leistung umso grรถsser.
Matchtelegramm: FCWB โ FC Zรผrich 0:2 (0:1). Tore: 25. Emmanuel 0:1, 91. Emmanuel 0 :2. functiomed-Arena, Wettswil, 5300 Zuschauer (Rekord). FCWB: Thaler, Studer, Brรผniger (74. Di Battista), Brunner, Wick (56. Rรผegger), Loosli, Peter, Bellis (56. Stettler), Figueiredo, Hager (74. Waser), Vukasinovic (50. Mesto). FC Zรผrich: Brecher, Kamberi, Gomez (46. Stork), Segura, Volken (67. Rodic), Palacio, Emmanuel, Krasniqi, Tsawa, Phaeton (77. Tramoni), Reverson (46. Keny).


